Mi Ta Nu, Erinnere dich: Du bist die Fülle
Was wäre, wenn Fülle nichts wäre, das wir erst erschaffen müssen?
Was wäre, wenn sie längst da ist?
Nicht nur irgendwo um uns herum, sondern in uns.
Wir verbinden Fülle so oft mit Geld, Besitz und materiellem Wohlstand. Doch Fülle ist so viel größer.
Fülle ist Gesundheit und Lebenskraft.
Fülle ist Liebe und Geborgenheit.
Fülle ist Harmonie und innerer Frieden.
Fülle ist Freundschaft, Familie und Verbundenheit.
Fülle ist Kreativität, Inspiration und Lebensfreude.
Fülle ist Zeit. Freiheit. Vertrauen.
Fülle ist ein Zuhause, in dem unsere Seele zur Ruhe kommt.
Und ja, Fülle darf sich ebenso als finanzielle Sicherheit und materieller Wohlstand zeigen.
Denn auch das gehört zum Leben.
Doch vielleicht beginnt wahre Fülle an einem ganz anderen Ort.
Alles beginnt im Unsichtbaren
Alles ist bereits in der göttlichen Quelle enthalten, nichts geht verloren. Im Feinstofflichen ist alles bereits vorhanden, lange bevor es sich durch unser Vertrauen, unseren Glauben und unsere innere Ausrichtung im Grobstofflichen zeigen und sichtbar werden darf.
Ein Gedanke ist zunächst unsichtbar.
Eine Vision ist unsichtbar.
Ein Traum ist unsichtbar.
Liebe ist nicht mit den Händen zu greifen und dennoch können wir ihre Wirkung tief in uns spüren.
Auch ein Samenkorn trägt den vollständigen Bauplan einer Pflanze bereits in sich, obwohl wir den späteren Baum noch nicht sehen können.
So dürfen wir auch unsere Wünsche betrachten.
Etwas kann bereits als Möglichkeit in unserem Inneren vorhanden sein, bevor es im Grobstofflichen, in unserem sichtbaren Leben, Gestalt annimmt.
Doch zwischen diesen beiden Ebenen liegt etwas Wesentliches:
unser Vertrauen.
Nicht das angestrengte Denken:
Ich muss nur stark genug daran glauben, dann muss es passieren.
Sondern jenes stille Vertrauen, das tief aus unserem Inneren kommt.
Das Wissen:
Ich darf meinen Weg gehen.
Ich darf empfangen.
Ich darf wachsen.
Ich darf mir selbst vertrauen.
Wenn der Mangel spricht
Manchmal wünschen wir uns etwas nicht aus unserem Herzen heraus, sondern aus der Angst, nicht genug zu haben.
Ich brauche mehr Geld, weil ich Angst habe, dass es nicht reicht.
Ich brauche einen Menschen an meiner Seite, weil ich mich ohne ihn nicht vollständig fühle.
Ich muss erfolgreicher werden, damit ich endlich wertvoll bin.
Dann steht hinter unserem Wunsch eigentlich ein anderer Satz:
„Mir fehlt etwas.“
Und genau hier dürfen wir achtsam werden.
Wenn wir ausschließlich auf das schauen, was fehlt, richtet sich unsere ganze Wahrnehmung immer wieder auf diesen Mangel. Wir sehen, fühlen und erleben vor allem das, was noch nicht da ist.
Der Wunsch wird eng.
Er bekommt Druck.
Wir beginnen festzuhalten, zu kontrollieren und auf ein bestimmtes Ergebnis zu warten.
Und manchmal übersehen wir dadurch sogar die Türen, die sich längst an anderer Stelle für uns öffnen.
Das Herz wünscht anders
Ein Wunsch aus dem Herzen fühlt sich anders an.
Er sagt nicht:
„Ich brauche das, damit ich endlich vollständig bin.“
Er sagt:
„Ich bin vollständig und meine Seele möchte diese Erfahrung machen.“
Darin liegt ein großer Unterschied.
Wenn Herz und Seele sprechen, entsteht kein Zwang.
Es entsteht eine leise Klarheit.
Vielleicht wissen wir noch nicht, wie etwas zu uns kommen wird.
Vielleicht wird es sogar ganz anders aussehen, als unser Verstand es geplant hatte.
Doch wir beginnen, dem Leben und uns selbst wieder Raum zu geben.
Wir setzen Schritte.
Wir treffen Entscheidungen.
Wir erkennen Möglichkeiten.
Wir öffnen Türen.
Und wir erlauben gleichzeitig, dass das Leben uns überraschen darf.
Du bist nicht auf der Suche nach Fülle
Vielleicht besteht unsere Aufgabe deshalb gar nicht darin, Fülle ständig zu manifestieren.
Vielleicht dürfen wir uns vielmehr daran erinnern, dass wir selbst Teil dieser Fülle sind.
Alles, was wir brauchen, um unseren nächsten Schritt zu gehen, muss nicht bereits vollständig entwickelt sein.
Aber der Same liegt in uns.
Mut kann wachsen.
Vertrauen kann wachsen.
Selbstliebe kann wachsen.
Kreativität kann wachsen.
Unsere Fähigkeit zu empfangen kann wachsen.
Und je tiefer wir wieder mit uns selbst verbunden sind, desto weniger müssen wir dem Leben hinterherlaufen.
Dann verändert sich die Frage.
Nicht mehr:
„Wie bekomme ich endlich, was mir fehlt?“
Sondern:
„Was möchte durch mich entstehen?“
Mi Ta Nu, das Heilfeld der Fülle
Aus dieser Erinnerung heraus entstand für uns Mi Ta Nu, das Heilfeld der Fülle.
In seiner Mitte steht der goldene Baum.
Seine Wurzeln reichen tief in die Erde. Seine Krone öffnet sich weit zum Himmel. Goldene Lotusblüten umgeben ihn und von seinen Ästen hängen goldene Taler.
Doch die eigentliche Botschaft liegt tiefer.
Aus seinen Wurzeln entspringt ein Fluss aus Gold.
Er kommt nicht von außen zum Baum.
Er fließt aus ihm heraus.
Und genau darin liegt für mich die Botschaft von Mi Ta Nu:
Die Fülle beginnt in uns.
Der Baum muss niemand anderem beweisen, dass er ein Baum ist.
Er fragt nicht, ob er würdig genug ist, seine Krone zu tragen.
Er wurzelt.
Er wächst.
Er empfängt.
Er gibt.
Und er vertraut seinem eigenen Wesen.
Auch wir dürfen wieder lernen, uns selbst auf diese Weise zu begegnen.
Mi Ta Nu soll deshalb kein Ort sein, an dem wir darum bitten, dass uns etwas von außen „gegeben“ wird.
Es ist ein Feld der Erinnerung.
Eine Erinnerung daran, wieder an uns selbst zu glauben.
Unserer Wahrnehmung zu vertrauen.
Unserer Seele zuzuhören.
Unser Herz sprechen zu lassen.
Und zu erkennen, wie viel bereits in uns angelegt ist.
Vielleicht wird nicht jeder Wunsch genauso Wirklichkeit, wie unser Verstand ihn sich vorgestellt hat. Vertrauen bedeutet für mich deshalb auch nicht, dass das Leben jeden Gedanken erfüllen muss.
Es bedeutet, offen zu bleiben.
Zu fühlen.
Zu handeln.
Zu empfangen.
Und unterscheiden zu lernen:
Spricht gerade meine Angst, oder spricht meine Seele?
Wenn der Mangel ruft, dürfen wir ihn liebevoll wahrnehmen.
Doch wir müssen ihn nicht zum Schöpfer unseres Weges machen.
Wir dürfen zurückkehren in unser Herz.
Dorthin, wo der Wunsch nicht sagt:
„Gib mir etwas, damit ich genug bin.“
Sondern:
„Ich bin.
Ich vertraue.
Ich öffne mich.
Ich empfange.
Ich erschaffe.
Ich bin Teil der unendlichen Fülle des Lebens.“
Vielleicht ist genau das die tiefste Botschaft von Mi Ta Nu:
Du musst die Fülle nicht suchen.
Erinnere dich an sie.
Erinnere dich an dich.
Denn vielleicht beginnt Manifestation nicht mit dem Wunsch, mehr zu besitzen,
sondern in jenem Augenblick,
in dem Herz und Seele wieder gemeinsam sprechen
und wir den Mut finden, ihnen zu vertrauen.
Mi Ta Nu, Heilfeld der Fülle
An´Léana