Der Drache, der nach Hause zurückkehrte 🖤🐉

Einst verließ ein schwarzer Drache sein Zuhause.

Nicht, weil er fortwollte.

Nicht, weil ihm etwas fehlte.

Er ging, weil er helfen wollte.

Mit geöffnetem Herzen und ausgebreiteten Flügeln machte er sich auf den Weg. Er trug seine Kraft, seinen Schutz und sein Licht dorthin, wo er glaubte, gebraucht zu werden.

Doch mit der Zeit spürte er etwas, das seine Seele traurig machte.

Er wurde vergessen.

Man sah seine Gestalt,

doch man fühlte sein Wesen nicht.

Man sah etwas, das man irgendwo hinlegen, zurücklassen und später wieder hervorholen konnte.

Doch der Drache wusste:

Ich bin mehr als das, was deine Augen sehen.

Und so begann er zu rufen.

Er rief immer lauter nach seinem Zuhause.

Er weinte.

Er schrie.

Er sehnte sich nach dem Ort, an dem er nicht erklären musste, dass er lebendig war.

Nach dem Ort, an dem seine Flügel Raum hatten.

Nach den Wesen, die ihn kannten.

Nach seinem grünen Drachengefährten, mit dem ihn etwas verband, das keine Entfernung wirklich trennen konnte.

Dann kam endlich der Tag seiner Rückkehr.

Noch einmal musste er durch die Enge.

Seine Flügel konnten sich nicht entfalten.

Alles um ihn herum fühlte sich klein und bedrückend an.

Und aus seinem Innersten kam nur noch ein Ruf:

„Lasst mich atmen.

Ich brauche Raum für meine Flügel.

Ich möchte nach Hause.“

Bis sich die Enge schließlich öffnete.

Licht fiel auf ihn.

Vertraute Energie umgab ihn.

Und er wusste:

Ich bin wieder zu Hause.

Hier durfte er seine Flügel ausbreiten.

Hier musste er nichts beweisen.

Hier wurde er nicht als Gegenstand betrachtet, sondern mit Achtung und Liebe behandelt.

Und als der schwarze und der grüne Drache wieder beieinander waren, legte sich etwas ganz Tiefes zur Ruhe.

Keine Wut.

Keine Rache.

Nur eine Erkenntnis:

Nicht jeder Ort, an den wir aus Liebe gehen, ist ein Ort, an dem unsere Liebe angenommen werden kann.

Manchmal gehen wir fort, weil wir glauben, helfen zu müssen.

Doch auch ein Wesen, das anderen Licht bringen möchte, darf erkennen:

Ich muss nicht dortbleiben, wo mein Wesen nicht gesehen wird.

Ich darf zurückkehren, wo meine Seele frei atmen kann.

Der schwarze Drache hatte verstanden.

Seine Reise war zu Ende.

Er würde sein Zuhause nicht noch einmal verlassen, um sich selbst dabei zu verlieren.

Denn Zuhause ist nicht einfach der Ort, an dem wir uns befinden.

Zuhause ist dort,

wo unsere Seele erkannt,

unsere Grenzen geachtet,

unsere Flügel nicht gebrochen

und unser Wesen respektiert wird.

Und von diesem Tag an blieben der schwarze und der grüne Drache vereint.

Zwei Wesen.

Zwei Kräfte.

Zwei Drachen.

Und zwischen ihnen ein stilles Versprechen:

Hier darfst du sein.

Hier darfst du atmen.

Hier darfst du deine Flügel ausbreiten.

Hier bist du zu Hause. 🖤💚🐉

An‘Léana

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