Viele fürchten die Dunkelheit
und nennen sie böse.
doch das ist nur ein Schleier des Nichtverstehens.
Denn bevor das Licht geboren wurde,
bevor es sich selbst erkannte,
war da ein stiller, unendlicher Raum,
das Namenlose, das Unaussprechliche.
Aus dieser Tiefe erwuchs der Wunsch,
sich selbst zu erfahren,
sich zu sehen, zu fühlen, zu erkennen.
Und so entstand das Licht.
Doch das Licht ist nicht getrennt von der Dunkelheit,
es ist ihr Ausdruck, ihr Spiegel, ihr Tanz.
Schatten und Licht
wandeln Seite an Seite,
untrennbar, ewig verbunden.
Denn das eine kann nicht sein ohne das andere,
wie Ein und Ausatmen,
wie Anfang und Ende,
wie das Sichtbare und das Verborgene.
Und vielleicht ist es genau dieses Zusammenspiel,
in dem sich das Ganze erkennt:
das Dunkel, das sich im Licht sieht
und das Licht, das aus dem Dunkel geboren wird.
Myriel An’Léana