Es gibt Seelen, die sich nicht aus Verlust oder Schmerz der Dunkelheit zuwenden, sondern aus bewusster Wahl. Nicht aus Mangel, nicht aus Angst, nicht aus Groll, sondern aus einem tiefen inneren Ruf heraus, Erfahrungen in der Dichte zu durchleben und die verborgenen Räume des Seins zu erforschen.
Sie betreten die Dunkelheit nicht, um sich darin zu verlieren, sondern um in ihr zu erkennen, zu erinnern und zu wandeln. Auch dort wirkt das Licht leise, verborgen, doch unaufhaltsam.
Und dann gibt es jene, die zwischen den Welten wandeln.
Die Schwellenläufer.
Hüter des Gleichgewichts, die sowohl das Licht als auch die Dunkelheit kennen und in sich tragen. Sie bewegen sich zwischen den Ebenen, nicht gebunden an eine Seite, sondern im Dienst des Ganzen. Wach, still und klar stehen sie an den Übergängen, dort, wo Wandel geschieht.
Als Wächter tragen sie Verantwortung für das, was ihnen anvertraut ist. Sie halten Räume, begleiten Übergänge und wahren die Ordnung jenseits von Urteil.
Denn jede Seele folgt ihrem eigenen Pfad.
Und jede trägt ihre Aufgabe in sich eingewebt in das große Ganze, das alles durchdringt.
Myriel An‘Léana